Durch Schimmern und Schichten.

Daniela Wesenberg / Simon Horn

1. Juni – 13. Juli 2013.

Eröffnung. Delikatessenhaus.
1. Juni 2013. 20:00 Uhr.

Deli-Open. Delikatessenhaus.
13. Juli 2013. 15:00 Uhr.
Die Ausstellung Durch Schimmern und Schichten zeigt Installationen und Zeichnungen von Daniela Wesenberg (Hamburg) und Skulpturen von Simon Horn (Halle).

Bei Daniela Wesenberg schimmert Lineares in filigranen Ansammlungen auf dem Papier und der Wand. Diese Zeichen verdichten und überlagern sich zu fantastischen Landschaften. Formale Spuren suggerieren organische Gebilde. Die zarten eigenständigen Objekte wachsen zu raumgreifenden Installationen, die ein Hauch von Zerbrechlichkeit umweht.

Simon Horn schichtet unterschiedlichste Werkstoffe zu Erinnerungsskulpturen. Schicht für Schicht formt er das Material zu architekturbezogenen Konstruktionen; Projektionen seiner Gedanken und Empfindungen. Er spielt dabei mit Bildmustern von Raumformen.

Im vorderen Ausstellungsraum durchdringen Holzleisten einander. Eine kristalline Struktur entsteht, die den Raum und die Skulpturen umfasst und das Durchschimmern der Materialgewächse ermöglicht. Im schmalen Ausstellungsraum baut Simon Horn eine Raumader von Wand zu Wand. An diese Schnittstelle docken die grazilen Formen von Daniela Wesenberg an.

Künstlerstatements:
Simon Horn.
Ich bewege mich in Suchbewegungen in einem Prozess des Experimentierens und Eingrenzens durch gedachte und gebaute Räume. Aus dem Interesse an architektonischen Formen entwickeln sich viele Fragen. Es sind Fragen, was Raum für mich ist, Fragen an Gesellschaft, deren Bedürfnisse und sich daraus ergebenden Hausformen und was aus diesen infolge sich wandelnder Gesellschaft wird. Es sind Fragen an das Sichtbare und das Nichtsichtbare und ihr Zusammenspiel in einer umbauten Umgebung.

Meine Arbeitsweise ist geprägt von einer offenen Suche und Ein- und Abgrenzungen, die in einem Prinzip des Ansammelns und Verdichtens in die Ideen und Formfindung einfließen. Meine Inspirationsquellen sammle ich in meiner Materialsammlung, einem lebendigen Archiv: Es enthält Fotografien, Bilder, Zeitungsartikel, Skizzen, Sätze, Gedanken, Texte und frühere Arbeiten.

Für den Bau meiner Arbeiten setze ich unterschiedliche Erarbeitungsverfahren ein. Das sind additive, konstruktive, und prozesshafte Formenbau- und Gussverfahren. Dabei nutze ich die Qualitäten unterschiedlichster Materialien: Holz, Gips, Beton, keramisches Material, Metall und Fundstücke. Meistens setze ich ein Verfahren ein, das sich immer wieder neu auf die jeweilige konkrete Idee einstellt und individuell erweitert, entwickelt oder erfunden wird. Im Verhandeln über Form und Material entwickeln sich Größe, Maßstab, Proportionen, Struktur und Farbigkeit, Innen und Außen. Der Formenbau ist hier Modellierung meiner Gedanken und Empfindungen.

In der Raumskulptur spiegelt sich die räumliche Umgebung wider, der Atelierraum, meine Wege durch die Stadt Halle und frühere Erfahrungen in anderen Räumen. Die konkrete architektonische Situation als Erinnerungsform – als Ort des Erfahrungsraumes – definiere ich als Teil eines Erkenntnisprozesses. Das ganze Bild einer Arbeit ist zusammengesetzt aus vielen Teilen, über den Arbeitsprozess finden sie ihren Weg ins Material und werden erst am Ende sichtbar und bestimmt.

 

Daniela Wesenberg.
Das Sehen oder Wahrnehmen von Landschaft ist ein bewusster geistiger Vorgang, der Begriff der Landschaft ein kulturell geformtes Konstrukt. Die kulturell bedingten Unterschiede in der Wahrnehmung von Landschaft, aber auch wie ich selbst Landschaft erfahre, wahrnehme und erinnere, interessiert mich.

Wann ist etwas Landschaft? Wird Landschaft als etwas Eigenständiges erfahren oder ist ihre Erfahrung abhängig von anderen Faktoren, wie z.B. historischen Bezügen?

In Zeichnungen und Installationen untersuche ich diese Landschaftserfahrungen. Mich interessiert die Landschaft als System, ihre vermeintliche Stabilität und das fragile Gleichgewicht, ihre Struktur und Form. Meist vom Material ausgehend entstehen Skulpturen und Objekte, die ich im Raum so zueinander in Beziehung setze, dass sie keine Einzelwesen bleiben sondern zu Mittlern und Akteuren im sie umgebenden Raum werden.

So entstehen Gefüge, die in ihrer Anordnung landschaftliche Züge annehmen.