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Down the Rabbit Hole.

Claudia Balsters.

5. Juli – 28. Juli 2012

„Alice nahm den Fächer und die Handschuhe auf, und da der Gang sehr heiß war, fächelte sie sich, während sie so zu sich selbst sprach: »Wunderbar! – wie seltsam heute Alles ist! Und gestern war es ganz wie gewöhnlich. Ob ich wohl in der Nacht umgewechselt worden bin? Laß mal sehen: war ich dieselbe, als ich heute früh aufstand? Es kommt mir fast vor, als hätte ich wie eine Veränderung in mir gefühlt. Aber wenn ich nicht dieselbe bin, dann ist die Frage: wer in aller Welt bin ich? Ja, das ist das Räthsel!« So ging sie in Gedanken alle Kinder ihres Alters durch, die sie kannte, um zu sehen, ob sie in eins davon verwandelt wäre.“

Zitat aus „Alice im Wunderland“
(Übersetzung von Antonie Zimmermann von 1869)

Das Sammeln von Dingen ist eine wesentliche Strategie bei Lorenz Lindner. Im künstlerischen „Recycling“ werden diese transformiert und damit vor dem Vergessen bewahrt. Mit beinahe romantisch anmutender Sehnsucht nach der Teilhabe an einer vergangenen Erfahrungswelt stehen die Objekte und Installationen als persönlicher Gegenpol zu ständiger Erneuerung und gesellschaftlicher Wegwerfmentalität.

Lorenz Lindners Arbeiten inszenieren ein Wechselspiel zwischen Kunst und Alltag, zwischen Ironie und Pathos, welches die Nähe zur Ästhetik von Dada und Fluxus nicht verleugnet.

Der Text enthält Auszüge des Katalogtextes von Tina Schulz zu „going places“, einer Ausstellung von Lorenz Lindner im Kunsthaus Erfurt 2011.