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Transition.

Lorenz Lindner (Leipzig)

Eröffnung. Delikatessenhaus.
12. Mai 2012. 20 Uhr.
Deli open. Delikatessenhaus.
23. Juni 2012. 15 Uhr.

Die Installationen und Einzelobjekte, die Lorenz Lindner herstellt, haben, wenn sie im Ausstellungskontext angekommen sind, bereits ein langes Leben hinter sich. Die Materialien, die er auswählt, sind abgenutzt, weggeworfen und ärmlich: alte Kartons und Pressholzreste, Bierkästen, Metallschrott oder Fernseher vom Sperrmüll.

Aus diesen Materialien baut Lindner Objekte und Installationen, die in spezifischen Kontexten benutzt werden oder konkrete Situationen imitieren: Tische, Tanzböden, Spielautomaten, Klimaanlagen, Werbedisplays, Schaukästen, diverse Bars, ein Café, ein Fitnessstudio, eine Autowerkstatt, einen ganzen Straßenzug. Zusätzlich produziert Lindner Videos, die in die installativen Szenerien seiner Ensembles integriert werden.

Lorenz Lindner bewegt sich seit einigen Jahren in der Welt der Musik und parallel dazu in der bildenden Kunst. Während er als DJ Mix Mup einer stetig wachsenden Fangemeinde regelmäßig ekstatische Clubnächte beschert und dabei stilistische Genregrenzen ganz bewusst ignoriert, verlässt er sich auch bei seinen künstlerischen Werken auf das Potential gattungsübergreifenden Ausdrucks.

Das Sammeln von Dingen ist eine wesentliche Strategie bei Lorenz Lindner. Im künstlerischen „Recycling“ werden diese transformiert und damit vor dem Vergessen bewahrt. Mit beinahe romantisch anmutender Sehnsucht nach der Teilhabe an einer vergangenen Erfahrungswelt stehen die Objekte und Installationen als persönlicher Gegenpol zu ständiger Erneuerung und gesellschaftlicher Wegwerfmentalität.

Lorenz Lindners Arbeiten inszenieren ein Wechselspiel zwischen Kunst und Alltag, zwischen Ironie und Pathos, welches die Nähe zur Ästhetik von Dada und Fluxus nicht verleugnet.

Der Text enthält Auszüge des Katalogtextes von Tina Schulz zu „going places“, einer Ausstellung von Lorenz Lindner im Kunsthaus Erfurt 2011.